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KI im Malerhandwerk: Weniger Büro, mehr Handwerk

Wie Künstliche Intelligenz Malerbetriebe bei Büroarbeit, Dokumentation und Kommunikation unterstützen kann
28. September 2026 durch
Carsten Hennig

Beim HORSTMANN Herbsttreff 2026 in Bielefeld stand neben neuen Produkten und dem persönlichen Austausch auch ein Zukunftsthema im Mittelpunkt: Künstliche Intelligenz im Handwerk.

Am 26. September 2026 hatte W. Horstmann GmbH & Co. KG Malerbetriebe in die Ravensberger Spinnerei nach Bielefeld eingeladen. Rund 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, sich in der HORSTMANN WissensWerkstatt mit einer ganz praktischen Frage zu beschäftigen:

Wo kann KI einem Malerbetrieb heute tatsächlich Arbeit abnehmen?

Die Antwort des Vortrags war überraschend bodenständig: Nicht unbedingt auf der Baustelle liegt das größte Potenzial – sondern zunächst bei den vielen Aufgaben rundherum.

KI im Handwerk: Unterstützung statt Ersatz

Durch den Vortrag führte Dirk Wrase, Dipl.-Ing. (FH), IHK-zertifizierter KI-Manager und Certified Data Scientist sowie Geschäftsführer der mindTrack ECM GmbH.

Sein Ansatz: Künstliche Intelligenz soll Fachwissen und handwerkliche Erfahrung nicht ersetzen. Sie kann vielmehr dort unterstützen, wo im Büroalltag Zeit durch wiederkehrende Schreib-, Dokumentations- und Rechercheaufgaben verloren geht.

Oder kurz gesagt:

„Die interessanteste KI sitzt für viele Handwerksbetriebe zunächst nicht auf der Baustelle, sondern im Büro.“


5 praktische KI-Anwendungen für Malerbetriebe

Besonders interessant waren die Beispiele, die sich ohne große Digitalisierungsprojekte auf typische Abläufe eines Malerbetriebs übertragen lassen.

1. Baustellenberichte aus einer Sprachnotiz erstellen

Nach einem langen Arbeitstag noch einen ausführlichen Baustellenbericht schreiben?

Informationen können zunächst einfach per Sprachnotiz festgehalten werden. Eine KI kann daraus anschließend einen strukturierten Entwurf für einen Baustellenbericht erstellen.

Wichtig: Der Mitarbeiter bzw. Fachbetrieb kontrolliert und ergänzt das Ergebnis, bevor es verwendet wird.

So wird KI nicht zum Entscheider, sondern zum digitalen Helfer bei der Dokumentation.

2. Baustellenfotos strukturieren und auswerten

Fotos gehören heute auf vielen Baustellen selbstverständlich zur Dokumentation.

KI kann dabei helfen, Bildinhalte zu beschreiben, Fotos zu strukturieren oder Auffälligkeiten für die weitere Bearbeitung zusammenzufassen.

Die fachliche Bewertung bleibt jedoch beim Handwerker.

3. Angebote und Leistungsbeschreibungen vorbereiten

Aus Stichpunkten oder Notizen einer Objektbesichtigung können mit Unterstützung von KI verständliche und strukturierte Texte entstehen.

Das kann beispielsweise bei:

  • Angebotsbeschreibungen

  • Leistungsbeschreibungen

  • Kundenanschreiben

  • Dokumentationen

Zeit sparen.

Kalkulation, Preise und die fachliche Prüfung bleiben selbstverständlich Aufgabe des Betriebs.

4. Reklamationen sachlich beantworten

Reklamationen gehören zu den Situationen, in denen eine schnelle Antwort nicht immer die beste Antwort ist.

KI kann dabei helfen, einen Sachverhalt zunächst zu strukturieren und aus den eigenen Stichpunkten einen sachlichen und freundlichen Antwortentwurf zu erstellen.

Ein Satz aus dem Vortrag bringt den Vorteil gut auf den Punkt:

„KI schafft Abstand zwischen Emotion und Antwort.“

Der Betrieb entscheidet anschließend selbst, was tatsächlich an den Kunden geschickt wird.

5. Technische Merkblätter schneller auswerten

Untergrund, Verarbeitungstemperatur, Trocknungszeit, Verbrauch oder Überarbeitbarkeit: Technische Merkblätter enthalten viele wichtige Informationen.

KI kann helfen, umfangreiche Unterlagen schneller zu durchsuchen und relevante Angaben übersichtlich zusammenzufassen.

Gerade bei der Vorbereitung von Arbeiten kann das eine praktische Unterstützung sein.

Auch hier gilt: Verbindlich bleiben immer die Originalangaben des Herstellers und die fachliche Prüfung.

Datenschutz und KI: Nicht jede Information gehört in ein KI-System

Ein wichtiger Teil des Vortrags beschäftigte sich deshalb nicht nur mit den Möglichkeiten, sondern auch mit den Grenzen von KI.

Eine einfache Leitlinie lautete:

KI bereitet vor. Der Mensch entscheidet.

Insbesondere personenbezogene, vertrauliche oder betriebsinterne Informationen sollten nicht unüberlegt in öffentlich verfügbare KI-Systeme eingegeben werden.

Fachliche Bewertungen, Kalkulationen, Preise oder rechtlich relevante Aussagen sollten ebenfalls nicht ungeprüft übernommen werden.

KI kann unterstützen – die Verantwortung bleibt beim Menschen.

Wie startet ein Malerbetrieb am besten mit KI?

Für den Einstieg braucht es nicht sofort ein großes Digitalisierungsprojekt.

Dirk Wrases Empfehlung an die Teilnehmer:

„Nicht zehn KI-Projekte gleichzeitig anfangen. Suchen Sie EINE Aufgabe, die Sie jede Woche nervt – und testen Sie dort den Nutzen.“

Das kann beispielsweise ein wiederkehrender Baustellenbericht, eine Kundenmail, eine Dokumentation oder das Zusammenfassen umfangreicher Informationen sein.

So lässt sich schnell feststellen, ob KI im eigenen Betrieb tatsächlich Zeit spart.

Fazit: KI kann dem Handwerk wieder mehr Zeit fürs Handwerk geben

Der HORSTMANN Herbsttreff 2026 hat gezeigt: Künstliche Intelligenz muss für Malerbetriebe kein abstraktes Zukunftsthema sein.

Schon heute kann KI bei wiederkehrenden Aufgaben im Büro, bei der Dokumentation und in der Kundenkommunikation unterstützen.

Entscheidend ist nicht, möglichst viele KI-Werkzeuge einzusetzen. Entscheidend ist, einen konkreten Anwendungsfall zu finden, bei dem im Arbeitsalltag tatsächlich Zeit gespart werden kann.

Weniger Zeit für Routine. Mehr Zeit für Kunden, Baustelle und Handwerk.

Vielen Dank an Dirk Wrase von der mindTrack ECM GmbH für die praxisnahen Einblicke und an alle Besucherinnen und Besucher unserer WissensWerkstatt für den offenen Austausch.

HORSTMANN-CONNECT – Wissen für den Malerbetrieb

Mit HORSTMANN-CONNECT möchten wir neben Produkten und persönlicher Beratung auch Wissen, neue Ideen und praxistaugliche Lösungen für das Malerhandwerk in Bielefeld und OWL vermitteln.

Deshalb werden wir Themen wie Digitalisierung und KI im Handwerk auch bei zukünftigen Veranstaltungen unserer HORSTMANN WissensWerkstatt weiter begleiten.


Carsten Hennig 28. September 2026
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